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Lebenslust statt Körnermüsli - Dr. Manfred Lütz feierte den Genuss auf Jubiläumsveranstaltung der Diakonie

Lebenslust wird in Limburg großgeschrieben – über 750 Gäste folgten am Donnerstag, den 26. September 2019, der Einladung des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg in die Stadthalle. Gefeiert wurde das 30-jährige Jubiläum der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle und der Suchtberatung mit einem satirischen Vortrag des Mediziners, Theologen und Kabarettisten Dr. Manfred Lütz und einem begleitenden Genussmarkt im Foyer. Dr. Lütz begeisterte das Publikum mit feinen Spitzen gegen den Gesundheits- und Fitnesswahn und gleichzeitig auch ernsteren Tönen zum Zustand des Gesundheitssystems in Deutschland. Seinem Plädoyer das Leben zu genießen, beherzigten im Anschluss viele Besucher mit einer Kugel Eis oder einem Stück Schokolade an den Ständen von Eis Lazzaris oder Das Schokoladenhaus.  

     

 

Singen in Bewegung und im Einklang mit der Natur: Gesangsprojekt des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg für Interessenten offen

Herbstliches Licht im Kurpark oder ein spätsommerlicher Stadtwald – nur zwei von vielen möglichen Orten, an denen seit Anfang September das Gesangsprojekt der Tagesstätte des psychosozialen Zentrums der Diakonie Limburg-Weilburg in Bad Camberg stattfindet. Das Projekt für Menschen, die unter einer seelischen Behinderung oder einer psychischen Erkrankung leiden, soll ihnen eine alternative Freizeitaktivität ermöglichen. Angeleitet durch eine Sozialarbeiterin aus dem Psychosozialen Zentrum und die Musikpädagogin Silke Hensel haben die Teilnehmer einmal die Woche für eine Stunde die Möglichkeit, sich in einer Gruppe auszuprobieren, ein Miteinander zu erleben und Handlungsstärke zu entwickeln. Das Projekt richtet sich auch an Angehörige und Menschen ohne psychische Beeinträchtigung.

„Bislang haben an dem inklusiven Angebot in der Regel acht bis elf Personen mit und ohne Erkrankung teilgenommen. Unser Ziel ist es, die Teilnehmer in ihrer Handlungskompetenz zu stärken, so dass sie bei langanhaltendem Interesse ein solches Angebot bei einem Verein ohne Begleitung in Anspruch nehmen können“, so Carsten Höhler, Leiter des Psychosozialen Zentrums. „Gleichzeitig werden durch das Singen in der Natur der Stresslevel gesenkt und der Schlafrhythmus verbessert.“

Das Singprojekt, das von Aktion Mensch gefördert wird, hat im September 2019 in den Räumen der Tagesstätte Bad Camberg, Frankfurter Straße 44, 65520 Bad Camberg begonnen und wird im wöchentlichen Rhythmus fortgesetzt.

Bei Fragen und Interesse wenden Sie sich bitte an:
Telefon 06431 / 2174-151 oder Mail hoehler@dw-limburg-weilburg.de

Weitere Informationen unter:
www.dw-limburg-weilburg.de/psychosoziales-zentrum/tagesstaetten/

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»Glücksspiel? – Hau‘ Dein Geld doch gleich in die Tonne!« Hessenweiter Aktionstag zur Glücksspielsucht

Am 25. September 2019 wurde in Limburg und anderen 12 hessischen Städten Geld in Mülltonnen geworfen, um zu demonstrieren, wie unwahrscheinlich ein Gewinn beim Glücksspiel ist. Uwe Schaar und Anna Kolmogorzew von der Suchtberatung des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg standen am Aktionstag vor der Evangelischen Kirche für Fragen zur Verfügung. Im Rahmen des hessenweiten Aktionstages zur Glücksspielsucht unter dem Motto »Glücksspiel? – Hau‘ Dein Geld doch gleich in die Tonne!« wollten die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) und die – mit Landesmitteln finanzierten – regionalen Fachberatungen auf die Risiken von Glücksspielen aufmerksam machen.

In 13 Städten informierten die regionalen Fachberater*innen für Glücksspielsucht über die Gefahren von Glücksspielen und ihr Suchtpotenzial. Als Blickfang wurden in den Fußgängerzonen große Mülltonnen aufgestellt, aus denen überdimensionale Geldscheine ragten. Sie sollten das Interesse der Passant*innen wecken und viele Menschen über Glücksspielsucht, hohe Verluste und Risiken miteinander ins Gespräch bringen sowie auf die Beratungsmöglichkeiten vor Ort aufmerksam machen. Die Geldscheine boten neben Fakten zum Geldverlust auch die Kontaktdaten der regionalen Fachberatung.

In Hessen haben mehr als 37.000 Menschen massive Probleme mit Glücksspielen. Hinzu kommen zahlreiche Angehörige, die von dieser Problematik mitbetroffen sind. Glücksspielsucht ist eine Krankheit. Sie bestimmt den Alltag von pathologischen Spieler*innen. „Wenn der Nervenkitzel und die Sehnsucht nach dem großen Gewinn zum alles beherrschenden Motiv des Spielens wird, geht es um Glücksspielsucht. Die Folgen dieser Sucht – wie etwa Verschuldung, zerstörte Familien und Suizid(versuche) – sind für die Betroffenen wie für deren Angehörige verheerend“, berichtet Susanne Schmitt, Geschäftsführerin der HLS. 

Das Geschäft mit dem Glücksspiel floriert. Spielhallen-Landschaften, Sportwettbüros und Online-Glücksspiele boomen und bescheren den Anbietenden hohe Umsätze. In Hessen ist das Glücksspielangebot vielerorts sichtbar, rund um die Uhr verfügbar und inzwischen Begleitung auf Schritt und Tritt: über 2.000 staatliche Lotterieannahmestellen, 4 Spielbanken, über 18.000 Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten und zahlreiche bisher unlizenzierte Sportwettbüros. Hinzu kommen über 4.000 Websites mit Angeboten zu Online-Glücksspielen. „Menschen, die sich dem umfangreichen und stets zur Verfügung stehenden Glücksspielangebot nicht entziehen können und ein pathologisches Glücksspielverhalten entwickeln, benötigen fachliche Hilfe und Unterstützung“, sagt Daniela Senger-Hoffmann, Landeskoordinatorin für Glücksspielsucht in der HLS. Denn Glücksspielsucht ist überwindbar! Beratung und Therapie sowie auch Selbsthilfegruppen können die Spieler*innen und deren Angehörige unterstützen.

Für Rückfragen steht die Landeskoordinatorin für Glücksspielsucht der HLS, Daniela Senger-Hoffmann, unter der Rufnummer 069-71 37 67 77 zur Verfügung.
Weitere Informationen finden sie bei der HLS auch unter www.hls-online.org

Um den Weg in die Glücksspielsucht zu vermeiden und den bereits Betroffenen wie auch Angehörigen Hilfen anbieten zu können, finanziert das Land Hessen seit 2008 an 13 Standorten 15 Fachberatungen für Glücksspielsucht, die in das bestehende hessische Suchthilfesystem integriert sind. Weiterhin stellt das Land Mittel für eine landesweite Koordination bei der HLS zur Verfügung. Diese zusätzlichen Personalstellen werden von dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages bereitgestellt.

 

 

Drei Jahre Hilfe für psychisch Erkrankte und ihre Familien - „MiKidS“ der Diakonie Limburg-Weilburg lässt Kinder Kind sein

Mit seinem Projekt „MiKidS – Miteinander Kinder Stärken“ hilft das Diakonische Werk Limburg-Weilburg Kindern aus der Region, deren Eltern unter psychischen Erkrankungen leiden oder davon bedroht sind – und das seit inzwischen drei Jahren. Ins Leben gerufen im Spätsommer 2016 möchte das Angebot Jungen und Mädchen zwischen 6 und 15 Jahren eine Auszeit von ihrem Alltag bieten. Finanziell unterstützt wird es aus Lottogeldern.

Gemeinsam Waffeln backen, Brettspiele oder Minigolf spielen: In vielen Familien mit Kindern sind das beliebte Freizeitaktivitäten. Doch die bleiben meist auf der Strecke, wenn die Eltern mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben. Die Leidtragenden sind dann oft die Jüngsten, weiß Carsten Höhler, Bereichsleiter des Psychosozialen Zentrums der Diakonie Limburg-Weilburg: „Meist findet in diesen Fällen eine Umkehr der sozialen Rollen statt. Die Kinder übernehmen Verantwortung für Dinge, die eigentlich ihre Eltern stemmen sollten. Sie kümmern sich um Geschwister, spenden Trost, schmeißen den Haushalt. Und laufen dabei Gefahr, selbst eine psychische Störung zu entwickeln.“ Betroffenen Kindern ein spielerisches Ausbrechen aus diesem Alltag zu ermöglichen und nebenbei den Austausch mit Gleichgesinnten, so lauten die Ziele des Projekts „MiKidS – Miteinander Kinder stärken“ der Diakonie Limburg-Weilburg.

Rund 8 Kinder zwischen 6 und 15 Jahren kommen hier zweimal im Monat nachmittags in den Diakonie-Räumen am Limburger Bahnhofsplatz zusammen – stets unter Aufsicht einer geschulten Betreuerin. „Bei gemeinsamen Aktivitäten wie Basteln, Kochen und Backen oder auch einem Ausflug in die Region können die Teilnehmer für eineinhalb Stunden einfach sie selbst sein. Gleichzeitig lernen sie andere Kinder kennen, denen es ähnlich geht“, erklärt Jasmin Kirschey von der Diakonie Limburg-Weilburg, die das Angebot als Gruppenleiterin begleitet. In diesen Tagen feiert „MiKids“ sein dreijähriges Bestehen, von Anfang an unterstützt wird es aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale von LOTTO Hessen in Höhe von 27.292,80 Euro.

Dass „MiKidS“ bei den Kindern so gut ankommt, freut Kirschey am meisten: „In den letzten Jahren ist da eine richtige kleine Gemeinschaft entstanden – mit engem Draht untereinander, aber auch zur Gruppenleiterin. Nur so kann auch Unangenehmes zur Sprache kommen, nur so können wir mit den Mädchen und Jungen nach Lösungen suchen. Etwa auch auf den Abhol- und Bringfahrten.“ Da viele Eltern ihre Kinder nicht fahren können, bietet ihnen die Diakonie einen Fahrdienst. Mit einem Dienstwagen sammeln Mitarbeiter die Teilnehmer aus dem Limburger und Weilburger Umland ein. „Manchmal verlegen wir unser Angebot auch in die Räume der evangelischen Pfarrgemeinde in Weilmünster. Viele Kinder kommen aus der Ecke, das macht es für die Eltern dann einfacher. Ohne diesen Service ginge es nicht“, betont Kirschey.

Noch bis Herbst ist der Fahrdienst ebenso wie die pädagogische Betreuung der Kinder dank der Lottogelder gesichert, bis zum Jahresende kommt außerdem von der Diakonie-Stiftung DiAKidS finanzielle Hilfe. Und auch danach soll es weitergehen. „Wir hoffen, dass wir auch im nächsten Jahr wieder auf die Unterstützung von LOTTO Hessen bauen können, denn wir haben noch viel vor“, sagt Höhler. So ist zum Beispiel geplant, dass Gruppenangebot mehr Kindern und Jugendlichen zur Verfügung zu stellen und es langfristig in eine Kinder- sowie eine Jugendgruppe auszuweiten. Bislang trifft sich die „MiKidS“-Gruppe jeden ersten und dritten Dienstag im Monat.

Über die Pläne der Diakonie Limburg-Weilburg freut sich Nebil Kaplan von LOTTO Hessen: „Großartig, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier in den letzten drei Jahren aufgebaut haben – mit viel Feingefühl und großem Engagement. Ein sensibles Projekt wie dieses braucht Zeit zum Gedeihen. Umso schöner, dass wir mit Lottogeldern dazu beitragen.“

Allein im vergangenen Jahr kamen rund 134,9 Millionen Euro aus Lotteriemitteln von LOTTO Hessen dem Gemeinwohl zugute. Neben sozialen Einrichtungen im Land profitierten davon auch Projekte aus den Bereichen Denkmalpflege, Kultur, Sport und Umwelt.

Mit dem Projekt „MiKidS – Miteinander Kinder stärken“ unterstützt das Diakonische Werk Limburg-Weilburg Kindern aus der Region, deren Eltern unter psychischen Erkrankungen leiden oder davon betroffen sind. Das Projekt, das seit drei Jahren besteht, wird aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale in Höhe von 27 292,80 Euro unterstützt. Im Bild (von links): Irina Porada, Leiterin des Diakonischen Werks, Nebil Kaplan von LOTTO Hessen, Projektgruppenleiterin Jasmin Kirschey und Carsten Höhler, Bereichsleiter des Psychosozialen Zentrums der Diakonie Limburg-Weilburg.

MiKids-Angebot des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg bekommt Unterstützung durch Stiftungsfonds DiaKids – Termine für das 2. Halbjahr 2019 stehen fest

Gemeinsam Eis machen, Kürbisschnitzen oder den Weihnachtsmarkt besuchen – Kinder, deren Vater oder Mutter von einer psychischen Krankheit betroffen ist, erleben seltener solche gemeinsamen Aktionen. Überforderung mit der Lebenssituation oder soziale Ängste können dem entgegenstehen. Das pädagogische Gruppenangebot „MiKids – Miteinander Kinder stärken“ des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg wurde für Kinder und Jugendliche zwischen 6 und 15 Jahren in dieser Lebenssituation gestartet. Das Programm wird bis September von der Rentenlotterie Glücksspirale und bis zum Jahresende durch den Stiftungsfond DiaKids gefördert.

Der Stiftungsfonds DiaKids ist neuer Unterstützer des MiKids-Angebots des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg. Der Fonds wurde mit Unterstützung des Vereins Familienerholung in Deutschland, der Evangelischen Kirchen in Hessen und der Diakonie Hessen als ein besonderes Förderinstrument geschaffen, um Kinderarmut zu bekämpfen und Erholungsmaßnahmen für bedürftige Familien zu ermöglichen.

MiKids-Programm 2. Halbjahr 2019 steht fest
Jeden ersten und dritten Dienstag im Monat wird das Programm in den Räumlichkeiten des Diakonischen Werks Limburg-Weilburg (Bahnhofsplatz 2a, 65549 Limburg) angeboten. Folgende Termine sind von August bis Dezember 2019 geplant – immer von 15 bis 16.30 Uhr:

* 06. August: Wir machen Eis!
* 27. August: Minigolf
* 03. September: Wunschkochen
* 17. September: Besuch des Maislabyrinths
* 01. Oktober: Kooperationsspiele
* 15. Oktober: Kürbisschnitzen
* 05. November: Waffelbacken
* 19. November: Brettspiele
* 03. Dezember: Weihnachtsbäckerei
* 17. Dezember: Besuch des Weihnachtsmarktes

Bei Fragen und Interesse: Telefon: 06431 / 2174-0 oder E-Mail: mikids-diakonie@t-online.de

Weitere Informationen unter:
www.dw-limburg-weilburg.de/mikids/
www.gluecksspirale.de/gute-taten/partner/wohlfahrt-bagfw.html
https://sinn-stiften.de/stiftungsfonds/diakids

JUBILÄUMSVERANSTALTUNG DIAKONISCHES WERK LIMBURG-WEILBURG AM 26. SEPTEMBER 2019: „LEBENSLUST - ÜBER RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN DER GESUNDHEIT“ MIT DR. MANFRED LÜTZ

30 Jahre Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle und Suchtberatung des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg! Anlass genug, um in der Limburger Stadthalle mit Dr. Manfred Lütz – Mediziner, Theologe und Kabarettist – einen lustvoll-satirischen Großangriff auf den weltweiten Gesundheits-, Fitness- und Schönheitskult zu starten. Ein begleitender Genussmarkt im Foyer sorgt für die passende Einstimmung auf das Thema. Carsten Höhler und Uwe Schaar, die Leiter der beiden Bereiche des Diakonischen Werkes, schauen auf die vergangenen drei Jahrzehnte zurück.

Was steckt hinter der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle und der Sucht- und Glücksspielberatung?

Carsten Höhler: „Psychisch erkrankte oder von psychischer Krankheit bedrohte Menschen und ihre Angehörigen sowie Menschen in einer seelischen Krise finden bei uns einen Ansprechpartner. Die Mitarbeiter der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle hören zu, beraten und vermitteln gegebenenfalls unkompliziert weiterführende Hilfe.“

Uwe Schaar: „Angenommen Sie oder Ihr Partner haben Probleme mit Alkoholabhängigkeit, pathologischem Glücksspiel oder Medikamenten – dann beraten wir Sie, um einen Ausweg aus der Sucht zu finden und/ oder vermitteln Sie auf Wunsch in eine weiterführende Therapie. Zudem bietet die Diakonie in ihren Räumlichkeiten regelmäßige Gesprächsrunden an – denn Suchtberatung heißt in einigen Fällen eine monatelange, teils auch jahrelange Begleitung.“

Welche Veränderungen in Ihrer Arbeit haben Sie in den vergangenen 30 Jahren wahrgenommen?

Uwe Schaar: „In unserer Arbeit hat sich viel verändert. Kamen bis vor einigen Jahren ausschließlich alkoholkranke oder medikamentenabhängige Menschen in unsere Beratung, so kommen heute Hilfe suchende mit einer Palette von persönlichen Problemen – meist sind diese verbunden mit einer psychischen Komponente und oder Arbeitslosigkeit. Viele dieser Menschen sind vom Alltag überfordert und sehen keine Perspektive. Dementsprechend haben wir unser Angebot weiterentwickelt.
Darüber hinaus hat die technische Entwicklung auch vor dem Thema Sucht nicht haltgemacht. Das Online-Glücksspiel nimmt immer mehr zu und das Gefährliche daran ist, dass das Umfeld lange nichts bemerkt und man es den Betroffenen nicht ansieht. Sie sitzen weder in der Spielothek noch an öffentlichen Plätzen.“

Carsten Höhler: „Auch wir nehmen wahr, dass Überlastung und Überforderung eine immer größere Rolle spielen. Es werden mehr Diagnosen gestellt und unsere Klienten sind deutlich jünger als noch vor 30 Jahren. Das liegt auch daran, dass im Gegensatz zum Thema Sucht psychische Erkrankungen in der letzten Zeit oft von den Medien aufgegriffen werden. Depression und viele andere psychische Erkrankungen sind keine so großen Tabuthemen mehr wie noch vor einigen Jahren. Mit MiKids haben wir zudem ein Angebot für Kinder mit psychisch kranken Eltern geschaffen, welches vor noch nicht zu langer Zeit nicht vorstellbar gewesen wäre.“

Was sind die interessantesten Erfahrungen in dieser Zeit gewesen?

Uwe Schaar: „Neben unvorstellbaren Geschichten und Schicksalen von Menschen, die beispielsweise in kurzer Zeit eine riesige Geldsumme verspielen, bin ich immer berührt von den Erzählungen der Kinder, deren Eltern von Sucht betroffen sind. Sie tragen oft viel Verantwortung und übernehmen nicht selten die Rolle der Erwachsenen und tragen die Fürsorge für die Familie auf ihren Schultern. Das lässt mich auch nach vielen Jahren nicht los.“

Carsten Höhler: „Mir geht es ähnlich, die jeweiligen Lebensgeschichten bewegen mich am meisten. Wie Menschen es schaffen, trotz einer Erkrankung, weiterzumachen und einen Weg herauszufinden, beeindruckt mich immer wieder. Gerade diese Stärken und Ressourcen, welche die Menschen dazu benötigen, sind es auch, an denen wir in der Beratung ansetzen und die wir versuchen zu fördern.“

Worauf freuen Sie sich besonders bei der Jubiläumsfeier am 26. September?

Carsten Höhler: „Für mich ist der Auftritt von Dr. Manfred Lütz ein absolutes Highlight, weil er in seinen Vorträgen die Dinge auf originelle Weise auf den Punkt bringt. Den Genussmarkt mit vielen delikaten Angeboten, von Eis bis Schokolade, halte ich zudem für eine tolle Ergänzung – das sollte sich keiner entgehen lassen.“

Uwe Schaar: „Ich finde es großartig und spannend, die ernsthaften Themen, die unsere tägliche Arbeit in der Beratungsstelle begleiten, nun von einer humorvollen und anderen Seite anzugehen. Obwohl, eigentlich ist sie gar nicht so weit von unserem Alltag entfernt – wir lachen oft, trotz aller Ernsthaftigkeit, mit unseren Klienten während der Beratungsarbeit und sehen das als absolut hilfreich an. Vergleichbares können die Zuschauer von Manfred Lütz Auftritt auch erwarten.“

Tickets für 10 Euro in der Ticketzentrale Limburg (Bahnhofsplatz 2), unter www.stadthalle-limburg.de oder an der Abendkasse (12 Euro).  

Am Wochenende schon was vor? Essen auf Rädern der Diakonie in Weilburg sucht ehrenamtliche „Essensboten“

Damit ältere oder behinderte Menschen so lange wie möglich in ihrem gewohnten Zuhause bleiben können, bietet das Diakonische Werk in Weilburg frisch gekochtes, warmes Essen von „Essen auf Rädern“ im Bereich des ehemaligen Oberlahnkreises (Mengerskirchen, Weilburg, Weilmünster) an. 
Das Team aus hauptamtlichen und ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sucht neue ehrenamtliche „Essensboten“, die vor allem an Wochenenden und Feiertagen die Fahrdienste übernehmen. 
Voraussetzungen sind ein Führerschein der Klasse B (alt: Klasse 3), Zuverlässigkeit und Freude am Umgang mit Menschen – natürlich findet eine umfassende Einweisung statt und die ersten Touren werden zusammen mit einem erfahrenen Kollegen gefahren.

Wenn Sie Fragen haben, oder sich ein regelmäßiges Engagement vorstellen können, freuen wir uns, Sie kennenzulernen. Bei konkretem Interesse kann gerne ein „Schnuppertag“ vereinbart werden. Alle Infos rund ums Ehrenamt bei „Essen auf Rädern“ gibt es bei Ute Nickel (Diakonisches Werk Limburg-Weilburg, Frankfurter Straße 33,
35781 Weilburg), Telefon: 06471 / 7805, E-Mail: ear@dw-limburg-weilburg.de

Brandschutzschulung der Diakonie-Mitarbeiter in Westerburg

Damit unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Notfall fachgemäß eingreifen können, absolvierten fünf von Ihnen Ende Mai eine professionelle Brandschutzschulung in Westerburg. Auf dem Gelände des Diakonischen Werkes Westerwald wurde gemeinsam mit den dortigen Kolleginnen und Kollegen sowie aus Dillenburg und des Diakonischen Werks Rhein-Lahn Brandherde gelöscht und über Vorsorgemaßnahmen informiert – bei allem kam der Spaß nicht zu kurz und alle Teilnehmer waren mit großem „Feuereifer“ dabei.

Brandschutzschulung 1

Brandschutzschulung 2

Neuregelung des Werbeverbots für Schwangerschaftsabbrüche: Angebot der Schwangeren- und Schwangerschaftskonfliktberatung des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg bleibt sehr wichtig

Anfang Februar 2019 wurde der Gesetzentwurf um das sogenannte Werbeverbot für Schwangerschaftsabbrüche (Paragraf 219a) verabschiedet. Schwangere sollen sich künftig einfacher über Möglichkeiten für einen Schwangerschaftsabbruch informieren können. Das Werbeverbot selbst bleibt bestehen, Ärzte und Klinken dürfen aber öffentlich, zum Beispiel auf der eigenen Internetseite, darüber informieren, dass sie Schwangerschaftsabbrüche vornehmen. „Über Methoden, Risiken, Folgen und Kosten wird weiterhin geschwiegen. Dies erschwert es Frauen, vor allem in prekären Situationen, Zugang zu den für sie elementaren Informationen zu finden. Diese Auskünfte sind für eine verantwortungsvolle Entscheidung jedoch sehr wichtig“, meint Christine Wirth, Schwangerschaftskonfliktberaterin des Diakonischen Werks Limburg-Weilburg.

Ärzte sollen zudem auf weitere Informationen neutraler Stellen hinweisen dürfen, etwa durch Links auf ihrem Internetauftritt. Weiterhin wird die Bundesärztekammer zukünftig eine zentrale Liste mit Ärzten, Krankenhäusern und anderen Einrichtungen führen, die Abbrüche vornehmen – mit Angaben zu angewandten Methoden. Die Liste soll monatlich aktualisiert und von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung im Internet veröffentlicht werden. „Jeder Abbruch ist ein tiefgreifender und entscheidender Eingriff in das Leben einer Frau. Von daher ist es notwendig, dass die Frauen alle Informationen auf eine einfache und für sie verständliche Weise bekommen. Daher empfehlen wir neben der Lektüre von Informationen ein ausführliches persönliches Beratungsgespräch. Unsere Beratungen sind ganzheitlich, psychosozial, ergebnisoffen und umfassen viel mehr als nur medizinische Informationen“, so Wirth.

Das Diakonische Werk Limburg-Weilburg berät Frauen und Paare in Schwangerschaftskonfliktsituationen. Das Beratungsangebot umfasst auch die Nachsorge nach einem Schwangerschaftsabbruch. Terminvereinbarung für die Beratung in Limburg oder Weilburg bei
Christine Wirth, Tel.: 06431 / 2174 -130, E-Mail: wirth@dw-limburg-weilburg.de.
Weitere Informationen unter www.dw-limburg-weilburg.de/schwangerenberatung/

Kreis Limburg-Weilburg und Diakonisches Werk arbeiten bei der Familienhilfe auch in Zukunft eng zusammen - Eine bewährte Kooperation wird weiter intensiviert

Der Landkreis Limburg-Weilburg und das Diakonische Werk Limburg-Weilburg haben mit der Unterzeichnung eines neuen Vertrages über die Errichtung, den Betrieb und die Finanzierung eines Fachdienstes „Sozialpädagogische Familienhilfe“ eine noch intensivere Zusammenarbeit besiegelt. „Sozialpädagogische Familienhilfe (SPFH) ist eine Pflichtleistung der öffentlichen Jugendhilfe. Sie soll durch intensive Betreuung und Begleitung Familien in ihren Erziehungsaufgaben, bei der Bewältigung von Alltagsproblemen, der Lösung von Konflikten und Krisen sowie im Kontakt mit Ämtern und Institutionen unterstützen und Hilfe zur Selbsthilfe geben“, betonte Landrat Manfred Michel bei der Vertragsunterzeichnung im Kreishaus in Limburg. Diese ambulante Form der Hilfe zur Erziehung erfordere aber auch in erheblichem Maße die Mitarbeit und Veränderungsbereitschaft der Familien.

Die Träger der öffentlichen Jugendhilfe sollen laut Gesetzgeber die freiwillige Tätigkeit auf dem Gebiet der Jugendhilfe fördern, wenn der jeweilige Träger die fachlichen Voraussetzungen für die geplante Maßnahme erfüllt. Das Diakonische Werk erfüllt diese Voraussetzungen. Im Landkreis Limburg-Weilburg bietet das Diakonische Werk seit 1985 Sozialpädagogische Familienhilfe als Maßnahme der ambulanten Erziehungshilfe an. Die Finanzierung des dort vorgehaltenen Fachdienstes wurde mit einem Vertrag ab 1. Januar 2004 grundlegend neu geregelt. Der Bedarf an SPFH steigt allerdings seit Jahren kontinuierlich an. Daher wurden bereits durch den ersten Änderungsvertrag zum 1. August 2012 die vertraglich vereinbarten Kapazitäten von bisher 2,0 Stellen auf 3,0 Stellen erhöht. „Inzwischen stehen wir erneut vor der Situation, dass die vertraglich vereinbarten Kapazitäten beim Diakonischen Werk nicht mehr ausreichen, um den Bedarf zu decken. Aus diesem Grund musste unser Amt für Jugend, Schule und Familie für die Durchführung der zusätzlichen kostenintensiven Hilfen in Einzelfällen andere freie Träger beauftragen. Aufgrund des sich weiter abzeichnenden Mehrbedarfs wurde der Ansatz im Haushaltsplan 2018 des Landkreises Limburg-Weilburg auf 325.000 und für das Haushaltsjahr 2019 auf 350.000 Euro erhöht“, so Landrat Manfred Michel.

Die Kooperation mit einem auf diese intensive Hilfeleistung spezialisierten freien Träger wie dem Diakonischen Werk biete für den Landkreis zahlreiche Vorteile. Es gelte daher, diese gute Zusammenarbeit fortzusetzen und bedarfsgerecht auszubauen. Die bewährte Verfahrensweise und die bestehenden Kooperationsvereinbarungen seien für die erfolgreiche Steuerung der Einzelfallhilfen von großer Bedeutung. Die Förderung soll auf vier Vollzeitstellen ausgeweitet werden, sagte Landrat Manfred Michel abschließend.


Irina Porada, Leiterin des Diakonischen Werks und Landrat Manfred Michel (unten, von links) unterzeichneten im Kreishaus den neuen Vertrag. Darüber freuten sich auch der Leiter des Amtes für Jugend, Schule und Familie, Joachim Hebgen, und Fachdienstleiter Uwe Hannappel (oben, von links).

Jugendarbeit in Weilburg wird jünger und macht schlauer - Jugendtreff Juwel bietet ab sofort Extra-Programm für Jugendliche von 11 bis 13 Jahren und Lerntreff an

Seit fast zwei Jahren ist der Jugendtreff Juwel in der Hainkaserne dreimal in der Woche für Jugendliche im Alter von 12 bis 20 Jahren geöffnet. Seit dem 1. Oktober 2018 sind auch die 11-bis 13-Jährigen eingeladen, in den Jugendtreff zu kommen – montags von 16 bis 18 Uhr. „Immer wieder haben mich Jüngere angesprochen, dass sie gerne den Jugendtreff besuchen würden. Aber durch die Arbeit im Jugendtreff war mir klar, dass die Interessen der verschiedenen Altersgruppen zu unterschiedlich sind, da die meisten Jugendlichen, die den Jugendtreff besuchen, um die 14 Jahre alt sind. Daher kam mir der Gedanke, einen Treff für jede Altersspanne zu etablieren“, erklärt Julia Feuerstake, Leiterin des Projekts Juwel und Mitarbeiterin des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg das neue Angebot. „Es sollen sich sowohl die Jüngeren wohlfühlen und ausprobieren können, als auch die ab 14-Jährigen unter sich sein können.“

Der Jugendtreff Juwel ist Teil der Gemeinwesenarbeit des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg in Kooperation mit der Stadt Weilburg und dem Caritasverband. Die Öffnungszeiten für Jugendliche von 12 bis 20 Jahren sind bislang montags und dienstags von 16 bis 19 Uhr und freitags von 14:30 bis 17 Uhr. Freitags ist Aktionstag, an dem auch außerhalb des Jugendtreffs Projekte oder Tagesfahrten stattfinden. Ab dem 1. Oktober 2018 ändert sich montags die Öffnungszeit für alle ab 14 Jahren auf 18 bis 20 Uhr.

Der Jugendtreff bietet Jugendlichen einen sicheren Ort, an dem sie sich treffen und ausprobieren können. Durch verschiedene Angebote wie Handwerken, Kickern, Malen, Spielen und Fahrradfahren lernen sie ihre Stärken kennen und können ihre Fähigkeiten erweitern. Angebote, Aktionen und Projekte werden gemeinsam von der Projektleiterin und den Jugendlichen entwickelt.

Schulübergreifender Lerntreff – für alle offen
Dazu gehört auch der Lerntreff, der seit Anfang September im Anschluss an den Spiel- und Lerntreff im Treffpunkt in der Schwanengasse 3 (Jeden Donnerstag von 14:30 bis 16:30 Uhr) von 16 bis 17:30 Uhr stattfindet, um auch Jugendlichen, die bis 16 Uhr in die Schule gehen, die Teilnahme zu ermöglichen. Ziel des Lerntreffs ist eine niedrigschwellige Hilfe bei Hausaufgaben und Lernen sowie bei Bewerbungen – unabhängig vom Schultyp. Der Lerntreff hat zwar den Fokus Jugendliche, ist aber prinzipiell offen für jedermann. Auch Menschen mit Migrationshintergrund, die Hilfe beim Erlernen der deutschen Sprache suchen, sind herzlich willkommen.

Weitere Informationen zu Juwel

Betreutes Wohnen des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg - 4 Fragen an Carsten Höhler, Bereichsleiter des Psychosozialen Zentrums

Was steckt hinter dem Angebot „Betreutes Wohnen“ des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg?
Betreutes Wohnen ist ein ambulantes Angebot für Menschen mit einer seelischen Behinderung oder einer chronischen psychischen Erkrankung. Die Menschen werden in ihrer eigenen Wohnungbetreut und regelmäßig zu Hause aufgesucht. Dabei geht es unter anderem um Unterstützung in der Haushaltsplanung und –organisation, Begleitung bei schwierigen Terminen, Besprechung der aktuellen Problemlagen, Unterstützung bei Behördenangelegenheiten oder Begleitung beim Verlassen des Hauses. Ein entscheidender Aspekt der Maßnahme ist immer der Aufbau einer Helfenden Beziehung zwischen Klient und Betreuer, durch die unsere Arbeit eigentlich erst möglich wird.

Für wen ist dieses Angebot und welches Ziel wird damit verfolgt?
Das Angebot ist für Menschen, die eigenständig leben können, aber Unterstützung in ihrer Lebensführung benötigen. Unser Ziel ist dabei immer die Klienten so zu unterstützen und anzuleiten, dass sie ihre Angelegenheiten zukünftig ohne Unterstützung erledigen können. Es geht also darum, unsere Klienten so zu fördern, dass wir irgendwann nicht mehr benötigt werden.

Wie sieht ein typischer Tagesablauf im Rahmen des „Betreuten Wohnens“ aus? Gibt es zusätzliche Unterstützung?
Einen typischen Tagesablauf gibt es so nicht. Die Klienten werden im Normalfall mindestens einmal pro Woche aufgesucht. Zusätzlich gibt es telefonischen Kontakt. Letztlich muss bei jedem Klienten im Einzelnen geschaut werden, welche Hilfe er benötigt und die Unterstützung entsprechend angepasst werden.

An wen kann man sich bei Fragen wenden?
Ansprechpartner bei Fragen sind alle Mitarbeiter des Betreuten Wohnens. Man kann sich aber auch direkt an mich (06431/2174-151; hoehler@dw-limburg-weilburg.de)  oder Gerti Roos (06431/2174-181; roos@dw-limburg-weilburg.de) wenden.