JUBILÄUMSVERANSTALTUNG DIAKONISCHES WERK LIMBURG-WEILBURG AM 26. SEPTEMBER 2019: „LEBENSLUST - ÜBER RISIKEN UND NEBENWIRKUNGEN DER GESUNDHEIT“ MIT DR. MANFRED LÜTZ

30 Jahre Psychosoziale Kontakt- und Beratungsstelle und Suchtberatung des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg! Anlass genug, um in der Limburger Stadthalle mit Dr. Manfred Lütz – Mediziner, Theologe und Kabarettist – einen lustvoll-satirischen Großangriff auf den weltweiten Gesundheits-, Fitness- und Schönheitskult zu starten. Ein begleitender Genussmarkt im Foyer sorgt für die passende Einstimmung auf das Thema. Carsten Höhler und Uwe Schaar, die Leiter der beiden Bereiche des Diakonischen Werkes, schauen auf die vergangenen drei Jahrzehnte zurück.

Was steckt hinter der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle und der Sucht- und Glücksspielberatung?

Carsten Höhler: „Psychisch erkrankte oder von psychischer Krankheit bedrohte Menschen und ihre Angehörigen sowie Menschen in einer seelischen Krise finden bei uns einen Ansprechpartner. Die Mitarbeiter der Psychosozialen Kontakt- und Beratungsstelle hören zu, beraten und vermitteln gegebenenfalls unkompliziert weiterführende Hilfe.“

Uwe Schaar: „Angenommen Sie oder Ihr Partner haben Probleme mit Alkoholabhängigkeit, pathologischem Glücksspiel oder Medikamenten – dann beraten wir Sie, um einen Ausweg aus der Sucht zu finden und/ oder vermitteln Sie auf Wunsch in eine weiterführende Therapie. Zudem bietet die Diakonie in ihren Räumlichkeiten regelmäßige Gesprächsrunden an – denn Suchtberatung heißt in einigen Fällen eine monatelange, teils auch jahrelange Begleitung.“

Welche Veränderungen in Ihrer Arbeit haben Sie in den vergangenen 30 Jahren wahrgenommen?

Uwe Schaar: „In unserer Arbeit hat sich viel verändert. Kamen bis vor einigen Jahren ausschließlich alkoholkranke oder medikamentenabhängige Menschen in unsere Beratung, so kommen heute Hilfe suchende mit einer Palette von persönlichen Problemen – meist sind diese verbunden mit einer psychischen Komponente und oder Arbeitslosigkeit. Viele dieser Menschen sind vom Alltag überfordert und sehen keine Perspektive. Dementsprechend haben wir unser Angebot weiterentwickelt.
Darüber hinaus hat die technische Entwicklung auch vor dem Thema Sucht nicht haltgemacht. Das Online-Glücksspiel nimmt immer mehr zu und das Gefährliche daran ist, dass das Umfeld lange nichts bemerkt und man es den Betroffenen nicht ansieht. Sie sitzen weder in der Spielothek noch an öffentlichen Plätzen.“

Carsten Höhler: „Auch wir nehmen wahr, dass Überlastung und Überforderung eine immer größere Rolle spielen. Es werden mehr Diagnosen gestellt und unsere Klienten sind deutlich jünger als noch vor 30 Jahren. Das liegt auch daran, dass im Gegensatz zum Thema Sucht psychische Erkrankungen in der letzten Zeit oft von den Medien aufgegriffen werden. Depression und viele andere psychische Erkrankungen sind keine so großen Tabuthemen mehr wie noch vor einigen Jahren. Mit MiKids haben wir zudem ein Angebot für Kinder mit psychisch kranken Eltern geschaffen, welches vor noch nicht zu langer Zeit nicht vorstellbar gewesen wäre.“

Was sind die interessantesten Erfahrungen in dieser Zeit gewesen?

Uwe Schaar: „Neben unvorstellbaren Geschichten und Schicksalen von Menschen, die beispielsweise in kurzer Zeit eine riesige Geldsumme verspielen, bin ich immer berührt von den Erzählungen der Kinder, deren Eltern von Sucht betroffen sind. Sie tragen oft viel Verantwortung und übernehmen nicht selten die Rolle der Erwachsenen und tragen die Fürsorge für die Familie auf ihren Schultern. Das lässt mich auch nach vielen Jahren nicht los.“

Carsten Höhler: „Mir geht es ähnlich, die jeweiligen Lebensgeschichten bewegen mich am meisten. Wie Menschen es schaffen, trotz einer Erkrankung, weiterzumachen und einen Weg herauszufinden, beeindruckt mich immer wieder. Gerade diese Stärken und Ressourcen, welche die Menschen dazu benötigen, sind es auch, an denen wir in der Beratung ansetzen und die wir versuchen zu fördern.“

Worauf freuen Sie sich besonders bei der Jubiläumsfeier am 26. September?

Carsten Höhler: „Für mich ist der Auftritt von Dr. Manfred Lütz ein absolutes Highlight, weil er in seinen Vorträgen die Dinge auf originelle Weise auf den Punkt bringt. Den Genussmarkt mit vielen delikaten Angeboten, von Eis bis Schokolade, halte ich zudem für eine tolle Ergänzung – das sollte sich keiner entgehen lassen.“

Uwe Schaar: „Ich finde es großartig und spannend, die ernsthaften Themen, die unsere tägliche Arbeit in der Beratungsstelle begleiten, nun von einer humorvollen und anderen Seite anzugehen. Obwohl, eigentlich ist sie gar nicht so weit von unserem Alltag entfernt – wir lachen oft, trotz aller Ernsthaftigkeit, mit unseren Klienten während der Beratungsarbeit und sehen das als absolut hilfreich an. Vergleichbares können die Zuschauer von Manfred Lütz Auftritt auch erwarten.“

Tickets für 10 Euro in der Ticketzentrale Limburg (Bahnhofsplatz 2), unter www.stadthalle-limburg.de oder an der Abendkasse (12 Euro).