»Glücksspiel? – Hau‘ Dein Geld doch gleich in die Tonne!« Hessenweiter Aktionstag zur Glücksspielsucht

Am 25. September 2019 wurde in Limburg und anderen 12 hessischen Städten Geld in Mülltonnen geworfen, um zu demonstrieren, wie unwahrscheinlich ein Gewinn beim Glücksspiel ist. Uwe Schaar und Anna Kolmogorzew von der Suchtberatung des Diakonischen Werkes Limburg-Weilburg standen am Aktionstag vor der Evangelischen Kirche für Fragen zur Verfügung. Im Rahmen des hessenweiten Aktionstages zur Glücksspielsucht unter dem Motto »Glücksspiel? – Hau‘ Dein Geld doch gleich in die Tonne!« wollten die Hessische Landesstelle für Suchtfragen e.V. (HLS) und die – mit Landesmitteln finanzierten – regionalen Fachberatungen auf die Risiken von Glücksspielen aufmerksam machen.

In 13 Städten informierten die regionalen Fachberater*innen für Glücksspielsucht über die Gefahren von Glücksspielen und ihr Suchtpotenzial. Als Blickfang wurden in den Fußgängerzonen große Mülltonnen aufgestellt, aus denen überdimensionale Geldscheine ragten. Sie sollten das Interesse der Passant*innen wecken und viele Menschen über Glücksspielsucht, hohe Verluste und Risiken miteinander ins Gespräch bringen sowie auf die Beratungsmöglichkeiten vor Ort aufmerksam machen. Die Geldscheine boten neben Fakten zum Geldverlust auch die Kontaktdaten der regionalen Fachberatung.

In Hessen haben mehr als 37.000 Menschen massive Probleme mit Glücksspielen. Hinzu kommen zahlreiche Angehörige, die von dieser Problematik mitbetroffen sind. Glücksspielsucht ist eine Krankheit. Sie bestimmt den Alltag von pathologischen Spieler*innen. „Wenn der Nervenkitzel und die Sehnsucht nach dem großen Gewinn zum alles beherrschenden Motiv des Spielens wird, geht es um Glücksspielsucht. Die Folgen dieser Sucht – wie etwa Verschuldung, zerstörte Familien und Suizid(versuche) – sind für die Betroffenen wie für deren Angehörige verheerend“, berichtet Susanne Schmitt, Geschäftsführerin der HLS. 

Das Geschäft mit dem Glücksspiel floriert. Spielhallen-Landschaften, Sportwettbüros und Online-Glücksspiele boomen und bescheren den Anbietenden hohe Umsätze. In Hessen ist das Glücksspielangebot vielerorts sichtbar, rund um die Uhr verfügbar und inzwischen Begleitung auf Schritt und Tritt: über 2.000 staatliche Lotterieannahmestellen, 4 Spielbanken, über 18.000 Geldspielgeräte in Spielhallen und Gaststätten und zahlreiche bisher unlizenzierte Sportwettbüros. Hinzu kommen über 4.000 Websites mit Angeboten zu Online-Glücksspielen. „Menschen, die sich dem umfangreichen und stets zur Verfügung stehenden Glücksspielangebot nicht entziehen können und ein pathologisches Glücksspielverhalten entwickeln, benötigen fachliche Hilfe und Unterstützung“, sagt Daniela Senger-Hoffmann, Landeskoordinatorin für Glücksspielsucht in der HLS. Denn Glücksspielsucht ist überwindbar! Beratung und Therapie sowie auch Selbsthilfegruppen können die Spieler*innen und deren Angehörige unterstützen.

Für Rückfragen steht die Landeskoordinatorin für Glücksspielsucht der HLS, Daniela Senger-Hoffmann, unter der Rufnummer 069-71 37 67 77 zur Verfügung.
Weitere Informationen finden sie bei der HLS auch unter www.hls-online.org

Um den Weg in die Glücksspielsucht zu vermeiden und den bereits Betroffenen wie auch Angehörigen Hilfen anbieten zu können, finanziert das Land Hessen seit 2008 an 13 Standorten 15 Fachberatungen für Glücksspielsucht, die in das bestehende hessische Suchthilfesystem integriert sind. Weiterhin stellt das Land Mittel für eine landesweite Koordination bei der HLS zur Verfügung. Diese zusätzlichen Personalstellen werden von dem Hessischen Ministerium für Soziales und Integration und vom Hessischen Ministerium des Innern und für Sport im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrages bereitgestellt.