Drei Jahre Hilfe für psychisch Erkrankte und ihre Familien - „MiKidS“ der Diakonie Limburg-Weilburg lässt Kinder Kind sein

Mit seinem Projekt „MiKidS – Miteinander Kinder Stärken“ hilft das Diakonische Werk Limburg-Weilburg Kindern aus der Region, deren Eltern unter psychischen Erkrankungen leiden oder davon bedroht sind – und das seit inzwischen drei Jahren. Ins Leben gerufen im Spätsommer 2016 möchte das Angebot Jungen und Mädchen zwischen 6 und 15 Jahren eine Auszeit von ihrem Alltag bieten. Finanziell unterstützt wird es aus Lottogeldern.

Gemeinsam Waffeln backen, Brettspiele oder Minigolf spielen: In vielen Familien mit Kindern sind das beliebte Freizeitaktivitäten. Doch die bleiben meist auf der Strecke, wenn die Eltern mit psychischen Erkrankungen zu kämpfen haben. Die Leidtragenden sind dann oft die Jüngsten, weiß Carsten Höhler, Bereichsleiter des Psychosozialen Zentrums der Diakonie Limburg-Weilburg: „Meist findet in diesen Fällen eine Umkehr der sozialen Rollen statt. Die Kinder übernehmen Verantwortung für Dinge, die eigentlich ihre Eltern stemmen sollten. Sie kümmern sich um Geschwister, spenden Trost, schmeißen den Haushalt. Und laufen dabei Gefahr, selbst eine psychische Störung zu entwickeln.“ Betroffenen Kindern ein spielerisches Ausbrechen aus diesem Alltag zu ermöglichen und nebenbei den Austausch mit Gleichgesinnten, so lauten die Ziele des Projekts „MiKidS – Miteinander Kinder stärken“ der Diakonie Limburg-Weilburg.

Rund 8 Kinder zwischen 6 und 15 Jahren kommen hier zweimal im Monat nachmittags in den Diakonie-Räumen am Limburger Bahnhofsplatz zusammen – stets unter Aufsicht einer geschulten Betreuerin. „Bei gemeinsamen Aktivitäten wie Basteln, Kochen und Backen oder auch einem Ausflug in die Region können die Teilnehmer für eineinhalb Stunden einfach sie selbst sein. Gleichzeitig lernen sie andere Kinder kennen, denen es ähnlich geht“, erklärt Jasmin Kirschey von der Diakonie Limburg-Weilburg, die das Angebot als Gruppenleiterin begleitet. In diesen Tagen feiert „MiKids“ sein dreijähriges Bestehen, von Anfang an unterstützt wird es aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale von LOTTO Hessen in Höhe von 27.292,80 Euro.

Dass „MiKidS“ bei den Kindern so gut ankommt, freut Kirschey am meisten: „In den letzten Jahren ist da eine richtige kleine Gemeinschaft entstanden – mit engem Draht untereinander, aber auch zur Gruppenleiterin. Nur so kann auch Unangenehmes zur Sprache kommen, nur so können wir mit den Mädchen und Jungen nach Lösungen suchen. Etwa auch auf den Abhol- und Bringfahrten.“ Da viele Eltern ihre Kinder nicht fahren können, bietet ihnen die Diakonie einen Fahrdienst. Mit einem Dienstwagen sammeln Mitarbeiter die Teilnehmer aus dem Limburger und Weilburger Umland ein. „Manchmal verlegen wir unser Angebot auch in die Räume der evangelischen Pfarrgemeinde in Weilmünster. Viele Kinder kommen aus der Ecke, das macht es für die Eltern dann einfacher. Ohne diesen Service ginge es nicht“, betont Kirschey.

Noch bis Herbst ist der Fahrdienst ebenso wie die pädagogische Betreuung der Kinder dank der Lottogelder gesichert, bis zum Jahresende kommt außerdem von der Diakonie-Stiftung DiAKidS finanzielle Hilfe. Und auch danach soll es weitergehen. „Wir hoffen, dass wir auch im nächsten Jahr wieder auf die Unterstützung von LOTTO Hessen bauen können, denn wir haben noch viel vor“, sagt Höhler. So ist zum Beispiel geplant, dass Gruppenangebot mehr Kindern und Jugendlichen zur Verfügung zu stellen und es langfristig in eine Kinder- sowie eine Jugendgruppe auszuweiten. Bislang trifft sich die „MiKidS“-Gruppe jeden ersten und dritten Dienstag im Monat.

Über die Pläne der Diakonie Limburg-Weilburg freut sich Nebil Kaplan von LOTTO Hessen: „Großartig, was die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hier in den letzten drei Jahren aufgebaut haben – mit viel Feingefühl und großem Engagement. Ein sensibles Projekt wie dieses braucht Zeit zum Gedeihen. Umso schöner, dass wir mit Lottogeldern dazu beitragen.“

Allein im vergangenen Jahr kamen rund 134,9 Millionen Euro aus Lotteriemitteln von LOTTO Hessen dem Gemeinwohl zugute. Neben sozialen Einrichtungen im Land profitierten davon auch Projekte aus den Bereichen Denkmalpflege, Kultur, Sport und Umwelt.

Mit dem Projekt „MiKidS – Miteinander Kinder stärken“ unterstützt das Diakonische Werk Limburg-Weilburg Kindern aus der Region, deren Eltern unter psychischen Erkrankungen leiden oder davon betroffen sind. Das Projekt, das seit drei Jahren besteht, wird aus Mitteln der Lotterie GlücksSpirale in Höhe von 27 292,80 Euro unterstützt. Im Bild (von links): Irina Porada, Leiterin des Diakonischen Werks, Nebil Kaplan von LOTTO Hessen, Projektgruppenleiterin Jasmin Kirschey und Carsten Höhler, Bereichsleiter des Psychosozialen Zentrums der Diakonie Limburg-Weilburg.